Wenn Babys schreien

Warum darf man Babys nur sehen aber nicht hören?

Wer kennt es nicht, das Baby weint herzzerreissend im Einkaufsladen oder im Zug und du bemerkst die Blicke der Menschen und vielleicht auch jemanden, der genervt den Kopf schüttelt. Du merkst, wie dich das Weinen stresst, vielleicht sogar wütend macht und du versuchst schnellstmöglich das Baby zu beruhigen. Was denken sonst die Leute? Also Nuggi her und psst….leise…..aber wieso?

Wieso darf man Babys nur sehen aber nicht hören?

Wieso weinen Babys?

Babys kommunizieren über das Weinen. Sie teilen dir mit, ob sie ein körperliches Bedürfnis wie Hunger, eine volle Windel oder Schmerzen haben. Ebenso weinen sie, wenn sie zu heiss oder zu kalt haben. Es ist klar, dass du diese Bedürfnisse so rasch wie möglich erfüllst. 

Mit ein bisschen Übung kannst du die verschiedenen Arten des Weinens unterscheiden.

Ein weiterer Grund, warum Babys weinen, können emotionale Gründe sein. Dazu gehören u.a. Reizüberflutung, Müdigkeit, Körpererinnerung. Sie haben noch keine andere Möglichkeit, Stress abzubauen als übers Weinen. Als Erwachsene haben wir mit der Zeit gelernt, über Mimik, Körpergesten oder über die Sprache unsere Gefühle, Ängste und Ärger auszudrücken. Das können Babys noch nicht. Weint ein Baby aus emotionalen Gründen, ist es weitaus schwieriger zu erkennen, warum das Baby weint. Aber ehrlich gesagt, müssen wir dies ja auch nicht immer so genau wissen. Das macht aus uns keine schlechten Eltern.

Viel wichtiger ist es, auch hier auf das Bedürfnis des Babys einzugehen.

Was kann ich tun?

Sind alle Bedürfnisse des Babys gestillt und körperliche Gründe ausgeschlossen, geht es in erster Linie nicht darum, das Kind sofort zum Schweigen zu bringen.

Sondern es ist wichtig zu verstehen, dass das Baby gerade versucht, Stress und Spannung abzubauen oder seine Erinnerung zu verarbeiten. Den genauen Grund muss man dabei nicht immer kennen.

  • Setz dich bequem hin und nimm dein Baby in den Arm.
  • Sei präsent, ruhig und liebevoll.
  • Über den Körperkontakt ermöglichst du deinem Baby Stress abzubauen.
  • Bleibe selber  ruhig.
  • Schau gut auf dich selber – erschaffe dir Ruheinseln.
  • Wie kommst du selber zur Ruhe? zbsp mit Entspannungsübungen, Atemtechniken, Kraftorte ect.

Keine Angst, Babys können nicht verwöhnt werden. Es ist unmöglich, ihnen zu viel Liebe, Aufmerksamkeit und körperlichen Kontakt zu geben.

Weinen entspannt

Die Wissenschaft hat erkannt, dass unmittelbar vor dem Weinen der Puls steigt und sich die Atmung verlangsamt. Das deutet darauf hin, dass Weinen tatsächlich der Entspannung dient und demnach eine Art Selbstberuhigungsmechanismus darstellt. Dies unterstützt auch die These, dass Babys nach dem Weinen häufig schnell und tief schlafen.

Jedoch scheint es, dass die soziale Umgebung entscheidend dafür ist, ob das Weinen als positiv erlebt wird.

Wer alleine weint, erlebt oft keine Erleichterung, sondern fühlt sich danach noch schlechter. Die Stimmung verbessert sich, wenn eine zweite Person anwesend ist.

Weinen – ein Zeichen von Schwäche?

Warum ist es so schwierig, ein weinendes Baby zu halten und das Weinen zu akzeptieren?
Hand aufs Herz: Wann hast du das letzte Mal in der Öffentlichkeit geweint?
Ist es nicht so, dass wir oftmals nicht wissen, wie wir mit einem weinenden Menschen umgehen sollen.

Wir sind hilflos und wissen nicht, wie wir uns verhalten sollten.


Anfang des letzten Jahrhunderts war man der Überzeugung, dass man Babys beim Weinen alleine lassen sollte. Es könnte ja sonst sein, dass man das Kind verwöhnt. Man war der Meinung, dass das Baby durch das Weinen die Eltern dazu bringen möchte, seine Wünsche zu erfüllen und damit sei schon der Baustein für verwöhnte und verzogene Kinder gelegt. Also wollte man den Kindern zeigen, dass Weinen ein unannehmbares Verhalten ist und liess die Kinder bis zur Erschöpfung weinen.
Hier liegt wahrscheinlich der Grund, dass wir diese Prägung von unseren Eltern und Grosseltern übernommen haben, die in dieser Anti-Verwöhn-Phase aufgewachsen sind. Viele werden nervös und angespannt, aber vielleicht kommt auch Wut und Angst auf, wenn sie an die eigene Kindheit denken, in der sie einfach im Bett liegen gelassen wurden und sich niemand um sie kümmerte.

Weinen ist nicht der Schmerz…..
….. es ist der Prozess den Schmerz zu heilen. Aletha Solter

Und was hat das jetzt mit mir zu tun?

  • Achte dich bewusst darauf, was das Weinen eines Babys bei dir auslöst:
  • Wieso möchtest du das Baby beruhigen?
  • Welche Gefühle hast du? Bekommst du Angst?
  • Wirst du wütend?
  • Wie möchtest du behandelt werden, wenn du weinst?
  • Möchtest du auch Ablenkung oder jemand, der dir sagt, bitte hör schnell wieder auf zu weinen, ich ertrag das nicht?

Eine einfache Übung für dich: schreibe jeden Gedanken dazu auf – mindestens 20 Minuten lang. Jede einzelne Erinnerung, Gefühle, Bilder, alles was dir zum Thema Weinen in den Sinn kommt.

Wenn du alles dazu aufgeschrieben hast, bin ich sicher, dass du deine Gefühle im Bezug auf das Weinen deines Babys besser verstehen kannst.

Häufig sind es nämlich unsere eigenen Qualen – und erst wenn man diese eigenen Qualen loslässt, kann man auch dem Baby richtig zuhören, was ES zu sagen hat. Denn erst wer die eigenen Reaktionen versteht, kann anfangen, das Baby besser zu verstehen und das Weinen zu akzeptieren.

Jede auf dem Körper der Eltern geweinte Träne bedeutet Heilung. Aletha Solter

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Kursleiterin - Selina Haefeli

Bereits in meiner ersten Schwangerschaft las ich einen Bericht über Geburtsvorbereitung mit Hypnose. Mich faszinierte der Gedanke, dass es möglich sein sollte, schmerzfrei und sanft zu gebären, hörte ich doch von Freundinnen und Bekannten ganz anderes. So kam es, dass wir einen Geburtsvorbereitungskurs bei Nicole Regli, damals noch unter dem Namen Hypnobirthing Schweiz, besuchten.

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